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Practice English Speaking&Listening with: Cocaine: Narcos, Sicarios and Peru (Part 3)

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Das ist ein Labor für Kokainpaste.

Lauf, lauf!

Als das Medellin-Kartell den Kokainwelthandel beherrschte,

war Peru der Hauptlieferant von Rohmaterial für Pablo Escobar.

Tagtäglich wurden Tonnen der Kokainpaste aus dem peruanischen

Dschungel Richtung Kolumbien geflogen,

wo es in Escobars Laboren zu Kokain der Spitzenqualität verarbeitet wurde.

Der größte Teil der peruanischen Rohstoffe kam aus dem Huallaga-Tal,

einer riesigen und entlegenen Urwaldregion,

die bis heute noch immer mit dem Drogenhandel verbunden ist.

Wir fuhren dorthin,

Zeuge der Probleme der peruanischen Regierung mit dem Kokainhandel zu werden.

Es gibt noch immer Labore, die in den Bergen oder im Dschungel versteckt sind.

Und dorthin sollen uns diese Männer bringen.

Dort ist es.

Das ist das Labor.

Wir haben etwas gehört.

Ich glaube, das waren Schüsse.

Es wurden mehrere Schüsse abgefeuert und uns wurde gesagt, wir sollten uns ducken.

Später erfuhren wir, dass es die Polizei war, die Warnschüsse

auf die Händler im Labor abgefeuert hat, eine Konfrontation zu vermeiden.

Jagt sie nicht.

Jagt sie nicht.

Wenn sie entkommen, dann lasst sie gehen.

Die Polizei sagte, dass sie flohen,

und sie waren scheinbar nicht daran interessiert, sie zu schnappen.

Dies ist ein Labor für Kokainpaste, nicht für Kokain.

Dies ist der Rohstoff für Kokain.

Der Gestank ist fürchterlich.

Es riecht nach Chemikalien.

Es ist ein starker Chemikaliengeruch.

Wir haben gerade erst die Koordinaten dieses Ortes erfahren.

Wir riskieren nicht unsere Männer, den Leitern des Labors nachzujagen.

Durch unsere Ermittlungen finden wir heraus,

wer hinter diesem illegalen Geschäft steckt.

Ja.

Das hier ist eine Aufweichgrube.

Wie du siehst, ist sie mit Kokablättern gefüllt, die hier gegoren werden sollen.

Wir haben hier auch Benzin, Zement, Kalk, Natron, Salzsäure und Folsäure.

Hier sind etwa 2000 Kilo Kokablätter.

Damals in den 90ern gab es viele Labore wie diese.

Unzählige, vor allem in diesem Gebiet, und sie wurden alle von einem Mann

kontrolliert, einem sehr mächtigen Drogenboss, Demetrio Chavez,

der ein sehr guter Freund von Escobar war.

Sie gingen zusammen auf Partys.

Offenbar kam Escobar in diese Gegend, ihn zu besuchen.

Man kannte ihn alsVatican", denn wenn es viele Kirchen oder verschiedene

Drogenhändler gab, war er das Oberhaupt aller Kirchen, was eine Metapher war.

Die ganze oder zumindest eine große Menge der Kokainpaste,

die Escobar verwendete, kam irgendwann von Vatican und der operierte bei

absoluter Straffreiheit seitens der Regierung und des Militärs.

Es ist wirklich fast unglaublich, dass das alles vor mehr

als zwei Jahrzehnten passierte und dass man immer noch ständig Labore hochnimmt.

Heutzutage gibt es keine peruanischen Drogenbosse wie Vatican mehr, oder?

Jetzt arbeiten sie alle für kolumbianische oder internationale Kartelle, richtig?

So ist es. Damals gehörte dieses Gebiet den

Drogenbossen.

Sie besaßen viel Land, Koka anzupflanzen.

Sie betrieben geheime Landebahnen und schmierten die Behörden,

damit die bei den illegalen Aktivitäten wegsahen.

Ich glaube, es ist Zeit zu verschwinden.

Sie haben 40 Stangen Dynamit eingegraben, also wollen wir nicht in deren Nähe sein.

Oh mein Gott!

Jesus Christus!

Da wurde Kokain im Wert von

200.000 Dollar in die Luft gejagt.

Wir sind in Campanilla angekommen,

das in den 90ern das Herz der Kokainproduktion war.

Diese Kleinstadt war die größte geheime Landebahn der Welt.

Sie versorgte Pablo Escobar in Medellín und und andere Kartelle in Kolumbien mit

Kokain und wurde von Vatican geleitet.

Mein örtlicher Führer Aman stellte mich seiner Frau vor.

Hallo. Hallo, es ist mir ein Vergnügen.

Wie geht's? Hey, ich war gerade beim Kochen!

Also damals, als Vatican der König der ganzen Region war,

kochte Luz für dessen ganze Armee und das war keinesfalls eine inoffizielle Armee.

Das waren Perus Streitkräfte,

weil die Regierung und die Armee ihm Rückendeckung gaben.

As ich 18 war, habe ich für Vatican gekocht.

Er war ein schöner Mensch.

Stimmt

das?

War er ein guter Mensch?

Ja, er war ein guter Mensch.

Er half immer den Armen.

Er unterstützte mich finanziell, als mein Vater starb.

Vatican war ein fröhlicher Mensch.

Er war überhaupt nicht arrogant.

Er behandelte alle immer gleich.

Er stellte sich den Terroristen entgegen.

Zu der Zeit wurden die Aufständischen desLeuchtenden Pfads" von den

Vereinigten Staaten als Terroristen bezeichnet, die sich im Krieg gegen den

Staat befanden, und das Huallaga-Tal war das Hauptschlachtfeld.

Vatican half dabei, den Kampf gegen die linke Guerillabewegung zu finanzieren,

und die Regierung schaute bei seinen illegalen Aktivitäten weg.

In jenem Jahr exportierte er so an die 300 Tonnen Kokainpaste.

Vatican würde sein Leben für Campanilla geben, weil er von hier stammt.

Sie verteidigten die Stadt gegen den Leuchtenden Pfad.

Vatican und seine Männer verteidigten diese Stadt ganz oft.

Also hat er immer sich alle gekümmert?

Ja.

Er würde sein Leben für uns geben.

Er hat den Markt gebaut und auch diesen Platz.

Alles, was man hier sieht.

Er hat sogar die Kirche gebaut.

Vatican hat den größten Teil der Infrastruktur dieser Stadt errichtet.

Amon stellte mich Genaro vor, einem Farmer,

der früher Koka für Vatican anbaute.

Ließ Vatican seine Kleinflugzeuge früher auf dieser Straße landen?

Er landete hier mit seinen Flugzeugen und verlangte von den

anderen Organisationen Geld für jeden Flug,

nachdem er die kaputte Landebahn repariert hatte.

Vatican und seine Leute hatten mit der Unterstützung der Einwohner von Campanilla

eine riesige Start- und Landebahn direkt auf der Straße errichtet.

Er reparierte knapp einen Kilometer Straße und nutzte sie als Landebahn.

Die kleinen Flugzeuge starteten und landeten hier?

Wie ein Flughafen.

Ja, ein von Drogendealern betriebener Flughafen.

Damals in den 90ern wurde diese Autobahn zum größten,

illegalen Drogenhandelsflugplatz der Welt.

Der verantwortliche Drogenhändler Vatican verlangte eine Gebühr

von den anderen Kartellen, damit sie ihre Kokainflugzeuge landen lassen durften.

Er benutzte ihn auch für seinen Flieger und all das geschah mit der Erlaubnis der

Regierung.

Nachdem Campanillas Kokainboom vorbei war, wandte sich Genaro, wie viele andere

Einwohner auch, vom Kokain ab und wechselte zu anderen Pflanzen.

Genaro, da du während der Vatican-Zeit hier gelebt hast, kannst du uns dann etwas

über die Gewalt und die allgemeine Stimmung damals erzählen?

Ja, ich habe viel gesehen.

Einige Drogenbosse haben Leute einfach so ohne Grund getötet.

Es war also sehr gefährlich?

Jetzt mit dem Kakao besteht hingegen keinerlei Gefahr.

Kam Pablo Escobar früher hierher?

Ja, er kam in die Stadt.

Tatsächlich?

Oft?

Ja, ich habe ihn tatsächlich zweimal gesehen.

Was hältst du von ihm?

Er kam geschäftlich her.

Er war der große Boss.

Derjenige, der den Händlern hier das Bargeld gab und im Gegenzug die

Lieferungen erhielt.

Das war's.

Mit der Zeit zerstritt sich Vatican mit der Drogenregierung, die ihn schützte.

Bei seiner Verhandlung erklärte er, dass hohe Regierungsbeamte gierig wurden und

verlangten, dass die Bestechungsgelder verdoppelte, was hieß,

dass er für jedes Kokainflugzeug 100.000 statt 50.000 Dollar hätte bezahlen müssen.

Die Amerikaner kamen, ihre Razzien durchzuführen,

und der Drogenhandel wurde hier allmählich rausgedrängt.

Die Landebahn wurde aufgegeben.

Er sagte, dass er sich weigerte, und wurde daraufhin von den peruanischen Behörden

gejagt und ins Gefängnis gesteckt.

Später nahm er seine Anschuldigungen zurück,

nachdem er laut seiner Anwälte schwer gefoltert worden war.

Er verbüßt derzeit eine 30-jährige Haftstrafe wegen materieller Unterstützung

von Terrorismus.

Eine seinen Anwälten zufolge lächerliche und falsche Anklage,

die außerdem behaupten,

dass er die Terroristen in Wahrheit mit dem Segen der Regierung bekämpfte.

Das bauen sie hier jetzt an: Kakao.

Daraus machen sie Schokolade.

Auf dieser Seite der Straße gibt es keine Kokafelder mehr.

Wir haben uns Sondereinheiten angeschlossen.

Sie suchen nach einer geheimen Start- und Landebahn mitten im Dschungel.

Wir sind drei Uhr morgens aufgestanden.

Vier Uhr waren wir unterwegs.

Jetzt ist es Mittag und wir sind immer noch nicht da.

Es scheint so, als ob illegale Landebahnen immer versteckter liegen.

Es ist nicht mehr so wie in den 90ern, als kleine,

mit Koka beladene Flugzeuge einfach auf der Straße landeten.

Sie tragen den Sprengstoff auf dem Kopf.

Wie viele Landebahnen habt ihr bisher zerstört?

In einer Woche haben wir 22 geheime Landebahnen zerstört.

In nur einer Woche?

Mit wie viel kann ein Kleinflugzeug beladen werden?

Ungefähr zwischen 320 und 330 Kilo.

Kokain?

Ja, Kokain-Hydrochlorid.

Sechs, fünf, vier, drei, zwei, eins.

Es ist jetzt mehr als zwei Jahrzehnten her,

dass der Drogenhandel hier im großen Stil anfing.

Und die Menschen hier müssen sich noch immer mit den Folgen auseinandersetzen.

Die Leute hinter mir merzen Kokafelder aus, Pflanze für Pflanze.

Wir hatten in diesem Gebiet bereits Koka vernichtet,

aber es wird immer wieder angepflanzt.

Wir haben Informationen, dass Drogenhändler hier Koka anpflanzen.

Warum glaubst du, dass sie zurückkommen, erneut Koka anzupflanzen?

Koka ist eine Pflanze mit geringen Anschaffungskosten und hohem Ertrag.

Das Ganze bringt auf dem Schwarzmarkt viel Geld.

Das ist der berüchtigte Kokapflanze, aber die Blätter selbst sind kein Rauschgift.

Die Leute hier kauen sie, Energie zu haben und wach zu bleiben,

aber es ist keine wirkliche Droge.

Sie werden zur Droge, wenn sie einen langen Prozess mit vielen Chemikalien

durchlaufen, der die Blätter in Kokain verwandelt.

Heutzutage wird Kokain nicht mehr wie in den 80ern ganz offen hergestellt.

Der illegale Handel ist in Peru allerdings immer noch weit verbreitet.

Ein Feld wird vernichtet, aber ein anderes wird bereits woanders angepflanzt.

Eine Landebahn wird gesprengt, aber anderswo umgehend durch eine neue ersetzt.

Der Krieg gegen die Drogen erscheint sinnlos und Escobars Vermächtnis der

Industrialisierung von Kokain könnte für immer bestehen bleiben.

The Description of Cocaine: Narcos, Sicarios and Peru (Part 3)